Korona-Vorbehandlung: Oft eine unumgängliche Maßnahme vor dem Bedrucken von Werbemitteln und Kunststoffprodukten aus PP und PE.

Werbemittel werden aus Kostengründen häufig aus preiswerten und oder recycelten Kunststoffen, fernab des eigentlichen Bedarfs hergestellt, welche die Druckereien oft vor Probleme stellen, da die Druckfarben darauf nicht haften.

Es gibt mittlerweile über 200 verschiedene Kunststoffe mit den unterschiedlichsten chemischen und physikalischen Eigenschaften, die man in drei Kategorien einteilen kann:

1. Thermoplaste wie ABS, PA, PC, PET, PS aber auch die Polyolefine wie PP und PE
2. Elastomere sind Silikon- und Vinylverbindungen sowie Vulkanisate und Naturkautschuk!
3. Duroplaste sind Kunststoffe, die nach der Aushärtung durch Erwärmung nicht mehr verformt werden können.

Einige dieser Thermoplaste und dazu zählen die Kunststoffe PP und PE sind - da preiswert und gut verarbeitbar - beliebe Grundprodukte für Werbemittel. Der Nachteil: Sie lassen sich nur schwer bedrucken.

Die Problematik liegt an der schlechten Benetzbarkeit des Werbematerials.

Häufig kann man die Farbhaftung erst prüfen, wenn die Ware bereits beim Kunden ist. Das kann zur Folge haben, dass der Kunde wütend und der Lieferant hilflos ist. Meistens ist der Werbeaufdruck auf dem Werbemittel der letzte Akt des Handels. Das führt dazu, dass der Werbeartikel im druckfrischen Zustand – aus der Druckmaschine – direkt an den Kunden verschickt wird. Die Tatsache, dass die Druckfarbe oft fünf bis sechs Tage zum Aushärten benötigt, wird leider allzu oft ignoriert.

Wozu dient Korona-Vorbehandlung
Alle Materialien und besonders Kunststoffe haben, eine sogenannte Oberflächenspannung, die verhindert, dass sie sich mit anderen Stoffen und Elementen, wie Schmutz, Fett oder Farbe verbinden. Diese Oberflächenspannung verhindert aber auch das Vernetzen der Druckfarbe mit dem Produkt. Das passiert insbesondere bei Kunststoffen wie PE und PP. Gerade das sind aber die Kunststoffe, die in der haptischen Werbung überwiegend eingesetzt werden.



3DT-Steuerungseinheit mit Hochspannungselektrode

Korona-Vorbehandlung – so funktionierts
Nun gibt es die Möglichkeit solche Kunststoffe zu behandeln, damit die Druckfarbe letztlich doch haften bleibt. Dazu bietet sich das Abwischen mit einem Primer an oder das Beflammen mit einer Gasflamme. Beide Verfahren sind nicht sehr angenehm, da der Primer stark riecht und zudem nur mit Handschuhen und einem Lappen oder per Spritzpistole aufgetragen werden kann. Des weiteren kann beim Beflammen solcher Werbeartikeln die Oberfläche des Kunststoffes ankokeln oder glänzt danach, was auch nicht immer toleriert wird.


Hochspannungselektrode mit Korona-Lichtbogen

Hochspannungselektrode mit Korona-Lichtbogen

Korona-Vorbehandlung gewährleistet stabilen Haftgrund!
Die vorausschaubar beste Methode der Vorbehandlung von Kunststoffen aus PE und PP ist die Korona-Vorbehandlung. Sie entspricht einer kalten Behandlung, bei der die Oberfläche des Kunststoffs durch eine Hochspannungsentladung sensibilisiert und dadurch bedruckbar gemacht wird. Die Oberflächenspannung des Kunststoffs verändert sich, wird aufnahmefähig für die Druckfarbe, und erzeugt auf diese Weise einen stabilen Haftgrund und eine Verbindung mit dem Kunststoff.

Wer auf diese Maßnahme verzichten will, muss im Vorfeld durch geeignete Tests prüfen, aus welchem Kunststoff letztlich der Werbeartikel hergestellt wurde.


Die Korona-Vorbehandlung ist einen Form der Vorbereitung von Druckflächen.